Karneval der Kulturen in Berlin
600 000 tanzen zu Samba und Techno. 94 Gruppen aus 70 Nationen waren vom Hermannplatz bis zur Yorckstraße unterwegs.
Berlin/dpa. Rasante Rhythmen, Rastalocken und Regenschirme: Der Straßenumzug beim Karneval der Kulturen am Pfingstsonntag in Berlin hat trotz gelegentlicher Schauer rund 600 000 Schaulustige angezogen. Unter Trommelwirbeln und in bunten, teils sehr freizügigen Kostümen tanzten 94 Gruppen aus 70 Nationen an den Zuschauern vorbei. Die mehr als drei Kilometer lange Strecke in Kreuzberg führte vom Hermannplatz bis zur Yorckstraße, wo der Zug am Abend endete. Der letzte Wagen war nach etwa neun Stunden am Endpunkt der farbenfrohen Parade angekommen. Insgesamt waren 4500 Teilnehmer dabei und damit 200 mehr als im Vorjahr. Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht.
Unter den Zuschauern war auch der Schirmherr des Spektakels, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der bereits zum 12. Mal veranstaltete Karneval der Kulturen versteht sich als ein Fest der Begegnung, der Integration und Toleranz, auf dem auch ausländische Spezialitäten angeboten wurden und Musikdarbietungen aus aller Welt zu sehen waren. Manche Teilnehmer reisten eigens für den Karneval nach Deutschland, darunter auch mehrere Samba- sowie Jugendgruppen.
Die Sprecherin des Veranstalters, Ellen Hering, lobte die kreative Leistung der Gruppen. Dies war auch ein wichtiger Aspekt für die neunköpfige Jury, die den Auftritt bewertete. Der Leiter einer Samba- Gruppe ließ sich selbst von einem Beinbruch nicht abhalten, an dem Umzug teilzunehmen. Er baute sich aus einem Einkaufswagen ein Gefährt und ließ sich die Straße entlangschieben. Seine Operation habe er auf Dienstag verlegt, sagte Hering.
(Quelle: mz-web.de, Bild: dpa)