In der Zeit vom 15. Mai bis 26. September präsentieren die Klosterkonzerte Maulbronn in ihrer 43. Saison 26 Konzerte mit Musikern der internationalen Elite. Veranstalter der Konzertreihe ist das Evangelische Seminar Maulbronn, die künstlerische Leitung liegt in den Händen von KMD Jürgen Budday.
Orchesterkonzerte, oratorische Aufführungen und Chorkonzerte in der Klosterkirche gehören genauso zum Profil des Festivals wie kleinere Orchesterbesetzungen, kammermusikalische Veranstaltungen und Alte Musik im Laienrefektorium sowie Serenaden und Crossover-Events im Kreuzganggarten.
Mehrere Themenschwerpunkte konturieren das Festival: Der jahresübergreifende Zyklus Händelscher Oratorien, die jährlich stattfindende Musica sacra mit 6 Konzerten und die aus 4 Konzerten bestehenden Reihe Bernd Glemser und Freunde. Der Pianist Glemser ist seit 2006 Permanent Artist in Residence und hält auch einen Meisterkurs ab. Für die Teilnahme können sich hochbegabte Studenten und junge Pianisten bewerben.
Die Klosterkonzerte Maulbronn im UNESCO-Weltkulturerbe sind eines der letzten Refugien im allgemeinen Festivalbetrieb. Hier gelingt der Spagat, eines der bedeutendsten Musikfestivals Baden-Württembergs zu sein und sich trotz stimmungsvoller Romantik nicht einer Event- und Glamourmentalität hinzugeben.
Gefördert werden die Klosterkonzerte von der Sparkasse Pforzheim Calw, der Harman Becker Automotive Systems GmbH, der Neumo GmbH und Co KG, der Volksbank Bruchsal-Bretten, der Firmen BLANCO und E.G.O, Oberderdingen, der GVP und der EnBW. Öffentliche Unterstützer sind das Regierungspräsidium Karlsruhe, das Landratsamt Enzkreis und die Stadt Maulbronn. Dank ihres Engagements können die Klosterkonzerte - trotz wachsender Kosten ihre Preise auf dem Niveau der Vorjahre halten.
Auch 2010 machen in Maulbronn die großen internationalen Klassik-Stars Station. So werden die Klosterkonzerte mit dem Echo-Klassik-Preisträger Linus Roth und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn eröffnet (15.5.). Im Laufe der Saison folgen vier weitere Orchesterkonzerte. Am 30.6. ist das Kammerorchester Basel mit dem Tripelkonzert und der 7. Sinfonie von Beethoven zu Gast.
Solisten sind die Ausnahmemusiker Sol Gabetta (Cello), Richard Tognetti (Violine) und Dejan Lazic (Klavier). Danach sind das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter Sebastian Tewinkel mit Mirjam Budday (Englischhorn) und Christoph Renz (Flöte) (9.7.), Il Capriccio mit u.a. Sergio Azzolini (18.7.), und die Sonatori de la Gioiosa Marca mit der Blockflötenvirtuosin Dorothee Oberlinger (23.7.) zu hören.
Den Reigen der Kammermusikkonzerte eröffnet Klassikstar Midori (Violine) mit dem Pianisten Özgür Aydin am 25.7. Bernd Glemser, der am 4.9. einen Soloabend mit Werken von Beethoven, Brahms, Schumann und Chopin gestaltet, hat für seine Kammermusikwochen als Duo-Partner zum Konzert am 3.9. Gerhard Oppitz (Klavier) und am 11.9. den Cellisten Guido Schiefen eingeladen. In einem weiteren Konzert musiziert Glemser mit Dimitri Ashkenazy (Klarinette) und dem Faust-Quartett.
Die Nachwuchsgeneration präsentiert sich in zwei Konzerten: Am 2.9. spielen ausgewählte Kursteilnehmer des Meisterkurses Werke, die sie mit Bernd Glemser erarbeitet haben, und am 18.9. stellen sich baden-württembergische Preisträger nationaler und internationaler Musikwett-bewerbe - die junge musikalische Elite des Landes vor. Für dieses Konzert erhalten Familien vergünstigte Preise. In einem zweiten sehr unterhaltsamen Familienkonzert für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene spielt und erläutert das Persius-Ensemble in Nonett-Besetzung den Straussschen Till Eulenspiegel. (17.7.)
Unterhaltendes und Besinnliches bieten auch die Kreuzgangkonzerte mit dem Calmus Ensemble Leipzig gemeinsam mit dem Rascher Saxophone Quartet (4.7.) sowie Semper Brass mit den Berlin Comedian Harmonists (10.7.). Im Laienrefektorium mischt Spark die klassische Band in einer gekonnten Bühnenshow barocke und klassische Klänge mit Jazz, Tango und Folklore auf (17.9.).
Der Hauptschwerpunkt der Klosterkonzerte liegt traditionell in der geistlichen Musik. Sie ist, auch das ist eine Maulbronner Tradition, wie immer stark vokal geprägt. Die diesjährige Musica sacra mit sechs Konzerten steht unter dem Thema Zukunftshoffnung - Zukunftsangst. Zu Gast sind der Knabenchor collegium iuvenum Stuttgart (5.6.), die Lautten-Compagney Berlin und die Capella Angelica mit den Musikalischen Exequien von Schütz (6.6.) und die Hamburger Ratsmusik (Echo-Klassik-Preisträger) am 20.6.. Unter der Stabführung von Jürgen Budday führen die Kantorei Maulbronn und die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg mit den Solisten Miriam Meyer, Ursula Eittinger, Marcus Ullmann und Christian Immler das selten erklingende Oratorium
Die letzten Dinge von Louis Spohr auf (12./ 13. 6.), und die Klosterorganistin Erika Budday erinnert in einem Orgelkonzert mit Werken von Robert Schumann an den 200. Geburtstag des Komponisten (19.6.). Es wird übrigens das letzte Konzert auf diesem Instrument vor dem Einbau einer neuen Orgel sein.
Die Konzerte der Musica sacra werden begleitet von zwei festlichen musikalischen Gottesdiensten (6..6., 10 Uhr und 13.6., 10 Uhr). Vor den Konzerten finden musikalisch-theologische Einführungen statt. Nach den Konzerten ist Gelegenheit, den Abend im kerzenerleuchteten Kreuzgang ausklingen zu lassen.
Geistliche a-cappella-Chormusik sind in den Konzerten am 22.5 mit dem Süddeutschen Kammerchor unter der Leitung von Gerhard Jenemann und am 3.7. mit dem Hauschor der Klosterkonzerte, dem Maulbronner Kammerchor unter Festivalleiter Jürgen Budday zu hören.
Schluss- und Höhepunkt der Saison bildet die Aufführung des Messiah im Rahmen des Zyklus Händelscher Oratorien in historischer Aufführungspraxis und in englischer Originalsprache. Ausführende sind unter KMD Jürgen Budday der Maulbronner Kammerchor, die Hannoversche Hofkapelle, und - mit Miriam Allan, Michael Chance, Marc LeBroq und Christian Immler - eine sängerische Starbesetzung (25./26.9.).
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